Eine Musikstunde der ganz besonderen Art erlebten am Dienstag die Schülerinnen und Schüler
der zweiten Klasse der Juister Inselschule: sie besuchten die Rockband „Strandgut“ in ihrem
Proberaum im Dünental und durften von ganz nahe den Musikern über die Schulter schauen.
Die Sängerin Sandra Lüpkes erzählte den interessierten Kindern, wie ein Lied entsteht.
Am Beispiel des Lieblingsohrwurmes „Sieben Minuten“ erläuterte sie den Weg von der Idee
über die Komposition bis hin zum ersten Auftritt, dann stellten die Musiker jedes Instrument
einzeln vor: die Melodieinstrumente Gitarre und Keyboard und die rhythmischen Komponenten Bass
und Schlagzeug wurden sorgfältig von den dreizehn Grundschülern begutachtet. Auch einen Blick
auf die Technik konnten die Inselkinder werfen und sie staunten nicht schlecht, als sie ganze
38 Kabel zählten, die nötig sind, um einer Rockband den richtigen „Sound“ zu geben. Am meisten
Spaß hatten schließlich alle zusammen, als sie zwei Lieder der Juister Rockband spielten, am
Mikrofon konnten die begeisterten Schüler ihre eigenen Sängerqualitäten unter Beweis stellen.
„Wir singen auch oft zuhause die Stücke von der CD nach und wollen auch mal eine Band gründen,“
verriet die achtjährige Christina. Ihr Mitschüler Benjamin nimmt auch schon seit einigen Monaten
Schlagzeugunterricht und die musikbegeisterte Svenja kann auf der Gitarre bereits einige Akkorde.
„Diese Musikstunde war etwas ganz besonderes für die Kinder,“ verriet Gitarristin Martina Bauer,
die als Lehrerin der Inselschule die Schüler für die Musik auch im alltäglichen Unterricht begeistern
will. „Die Jungen und Mädchen haben in Eigeninitiative diese Stunde ermöglicht. Sie sind zu den
anderen Bandmitgliedern und zum Schuldirektor gegangen und haben gefragt, ob sie „Strandgut“ mal
in den Unterricht einladen dürfen. Ich als ihre Musiklehrerin war die letzte, die davon erfahren
hat, wie der heutige Stundenplan verläuft.“
Nach der fröhlichen Dreiviertelstunde waren sich alle
einig, dass man auch in Zukunft die interessierten Kinder mehr an der Musik Marke „Eigenbau“ teilhaben
lassen will. „Die Kinder haben es oft schwer, einen kreativen Ausgleich zum Alltag zu schaffen,“ so Keyboarder
Reinhard Vielhaber, „ich freue mich, wenn sie selbst ein Instrument erlernen wollen und
darin ihre Ausdrucksmöglichkeit finden.“
Und dass den jungen Juistern die Musik im Blut steckt, merkt man bei jedem Auftritt, da
sitzen nämlich gerade die Kinder in den ersten Reihen und klatschen begeistert den Takt mit.
Bassist Max Ohrmann stellt den Kindern der zweiten Klasse der Juister Inselschule den
„Herzschrittmacher“ der Musik, den Bass vor.
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